Nur ein Millimeter

Schon kleinste Skelettverschiebungen in der Größenordnung eines Millimeters, die über den normalen, freien Gelenkspielraum hinausgehen, können nervliche Fehlsteuerungen auslösen.Es treten nicht nur Schmerzen und / oder Bewegungsstörungen auf, sondern es werden auch innere Organe und sympathische Nervenzentren des Rückgratabschnittes über den Grenzstrang gestört.

Die Gelenkmechanik der Wirbelsäule spielt hierbei eine entscheidende Rolle für die ungestörte Leitungsverbindung zwischen peripheren und zentralem Nervensystem.
Die Nervenleitungen verlaufen durch Zwischenwirbellöcher von und zum Rückenmark. Als Leitungsbündel von und zum Gehirn ist es durch die Wirbel knöchern geschützt. Die Übergangsstellen zwischen den Wirbeln sind jedoch die Schwachstellen .

Muskeltonus

Beim gesunden, aufrecht stehenden Menschen stehen die Muskeln, die für die Körperhaltung verantwortlich sind, dauerhaft unter einer Spannung, dem Tonus. Dieser ermöglicht uns eine aufrechte Haltung.
Bei einer krankhaften Haltung der Wirbelsäule werden die Muskeln jedoch ungleichmäßig belastet und einige Muskelpartien sind überlastet, andere erschlafft. Ein angespannter Muskel hat einen höheren Sauerstoffbedarf und somit bedeutet ein hoher Tonus auch mehr Durchblutungsarbeit.

Druck auf die Bandscheiben

Bei langanhaltender schiefer Belastung deformieren sich die Bandscheiben, die den Abstand zwischen den Wirbeln puffernd regulieren. Sie können dadurch die austretenden Nerven irritieren. Gleichzeitig verschleißen Schiefstand und Fehlbewegung die Gelenke und Knorpelteile an der Wirbelsäule. Und die dauerhaft gereizten Gelenkkapseln werden zu einem anhaltendem Schmerzpunkt. Über vegetative, nicht spürbare, Nervenleitungen werden Organe und Blutkreislauf mit irritiert.

Psychisches Gleichgewicht

Jede Beeinflussung des psychischen Gleichgewichtes kann auch durch eine Art Kettenreaktion auf die Muskulatur des Rückens einwirken. Das Nervensystem antwortet auf Stress mit der Ausschüttung von Adrenalin, der Blutdruck steigt, die Aktivität von Herz und Schweißdrüsen wird gesteigert, der Tonus der Muskulatur steigt.
Verspannung – Kreislaufveränderung – Schlackeanhäufung im Gewebe – Schmerzreiz – stärkere Muskelanspannung – Übersäuerung – mehr Verspannung – etc….
Reaktion des Körpers

Die Wirbelsäule kompensiert Schiefstellungen mit Gegenkrümmungen bis zum Kopf, um das Gleichgewicht zu erhalten.Durch Spannung an Längsbändern, Skelettmuskeln und Bandscheiben verdrehen sich dabei die Wirbel. Bei gegensätzlichen Zugrichtungen gibt es Störfelder an Muskeln, Gelenken, Sehnen und Bändern. Dies spürt man bei der Druckpalpation.

Körpergewicht und Wirbelschiefstand

Das Körpergewicht verstärkt die Folgen einer Wirbelschiefstellung. Anfänglich erst am Hinterkopf, aber mit dem Oberkörper und dessen Gewicht werden Bandscheiben, Hüft – und Kniegelenke einem erhöhtem Verschleiß ausgesetzt. Die gesunde Körperstatik verkraftet Belastungen mit einem Minimum an Energie und ohne Schmerzen.
Bei einem Schiefstand fehlen also nur Millimeter, um Schmerz und Fehlfunktion auszulösen. Da kann eine kleine zusätzliche Belastung entscheidend sein, um Schmerzen hervorzurufen. Eine falsche Bewegung, eine Stresssituation, auch eine Erkältung können für diese Muskelanspannung verantwortlich sein. Die Schmerzschwelle wird überschritten, es kommt zu einer reflexartigen Spannung um weiteren Schmerz zu vermeiden und weitere Beschwerden werden ausgelöst.